Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026
Fünf Menschen, fünf Perspektiven, fünf Begegnungen. In persönlichen Gesprächen erzählen sie von ihrem Leben, ihren Entscheidungen und davon, was eine Brille für sie bedeutet. Zwischen Nutzen, Stil und Identität entsteht ein sehr individueller Blick auf das Sehen – und auf das, was uns ausmacht.
Wir treffen Isabell Rosenstock an einem Dienstagnachmittag bei Bloom – Dein Optiker in Köln. Hier kauft sie ihre Brillen. Draußen ist es lebendig, drinnen ruhig. Sie kommt direkt aus der Kita, noch im Kopf bei den Kindern, aber sofort präsent. Wir begrüßen uns und trinken einen Kaffee. Dann erzählt sie. Isabell arbeitet als Erzieherin – ein Beruf, der Bewegung, Aufmerksamkeit und Geduld verlangt. Ihr Alltag ist geprägt von kleinen Kindern, Farben, Lachen, Lautstärke und Nähe. Energie zieht sie vor allem aus ihrem privaten Umfeld. „Meine Freunde, gutes Essen, Kochen“, sagt sie. „Wenn ich mich gut fühle, habe ich Kraft für alles andere.“
Auch außerhalb der Kita ist sie ständig in Bewegung. Sie ist kreativ und stets offen für neue Ideen. Gemeinsam mit ihrem Partner hat sie einen über 30 Jahre alten Wohnwagen komplett renoviert. Heute steht er auf einem Campingplatz in Erftstadt, zwanzig Minuten von Köln entfernt. „Das ist wie unser Wochenendhaus“, lächelt sie. Ein Rückzugsort. Ein Platz für Freunde. Ein Ort zum Abschalten. Geboren im Bergischen, lebt Isabell heute in Köln. Eine Stadt, die zu ihr passt. „Hier lernt man immer Leute kennen“, erklärt sie, „auch wenn man mal alleine unterwegs ist.“ Ihr soziales Umfeld ist ihr wichtig – sowohl im Job als auch privat.
„Meine Brille ist ‚kindergartenerpropt‘, superleicht und lässt mich generell gut fühlen.“
Die Kölnerin hat eine genaue Vorstellung von ihrem Stil. „Vom Kopf bis zu den Schuhen – das ist mir schon wichtig“, sagt sie. Nicht aus Eitelkeit, sondern als Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Mainstream ist nicht ihr Ziel. „Ich möchte nicht aussehen wie alle.“ Wichtig ist ihr, sich selbst treu zu bleiben. Sie trägt ihre Brille nicht aus modischen Gründen, sondern aus Notwendigkeit. Lesen ohne Sehunterstützung fiel der 46-Jährigen immer schwerer und auch das Sehen in der Ferne – vor allem beim Autofahren – wurde zunehmend problematisch. Im vergangenen Jahr entschied sie sich schließlich für eine Gleitsichtbrille. „Irgendwann merkt man: Jetzt geht es nicht mehr ohne“, sagt sie und lächelt.
