Rolf: „Wir möchten die schönsten Brillen machen“

Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026

Was er sagt, meint er ernst: Roland Wolf. Mit seinen Brüdern Bernhard und Christian arbeitet er an ihrer Vision, dem „Planet Rolf“. Das familiengeführte Unternehmen ist ein Miteinander von Menschen, die Brillen innovativ denken, designen und produzieren. Sie vertrauen auf kleine Schritte, die Großes verändern können. Auf einem Weg, den alle gemeinsam gehen.

In Weißenbach bei Reutte liegt das Gravitationszentrum des „Planet Rolf“. Hier entstehen ihre Brillen. Jeder Schritt, jedes Detail wird hier firmenintern gedacht und gelenkt. Es sei ein komplexes Ganzes aus Gestaltung, Entwicklung und Produktion, die wie Zahnräder ineinandergreifen, sagt Roland Wolf. Design, Technologie, Innovation, Nachhaltigkeit: Für ihr Know-how wurden die Tiroler in den 16 Jahren seit dem Bestehen mit über 95 internationalen Awards ausgezeichnet. Unter anderem für technische Innovationen wie das multidirektionale Flexlock-Scharnier, dessen Konstruktion einzig auf einem Gummielement basiert. Für den Einsatz nachhaltiger Materialien, wie bei der „Bohnenbrille“.

Für die Tiroler ist ihre Arbeit ein Glaubensbekenntnis. Sie suchen inhaltliche Tiefe. Sie arbeiten nicht nur an Brillen, es liegt ihnen an der Gesamtidee, für die der „Planet Rolf“ steht. „Wir sind Entwickler, Designer, Hightech-Fanatiker und Perfektionisten in dem, was wir tun. Wir haben alles in unserer Hand, gehen keine Kompromisse ein. Vielleicht sind wir darin extrem. Aber wir wollen die technisch besten und schönsten Brillen machen“, betont Roland Wolf mit Nachdruck. Ihre Produkte sind durchdacht. Leicht und langlebig. Wartungsarm. Brillen, die auf Handwerkskompetenz und moderne Technologien wie den 3D-Druck setzen. Auf Forschung und Entwicklung und den Mut zu Innovationen. Auf ethische Verantwortung für kommende Generationen.

Dominik Somweber, Rolf

Brillen „Made in Tirol“. Verena (rechts im Bild) und Hannah ist der Spirit des #planetrolf, der regionale Bezug der Produkte und der Herstellung besonders wichtig.

Verena & Hannah – Teamgeist leben

„Unsere Produkte sollen einen Mehrwert bieten. Mit jeder Brille verändert auch der Brillenträger etwas zum Positiven!“ Roland ist der kreative Ideengeber, Bernhard der CEO mit dem strategischen Blick auf das große Ganze; Christian verantwortet das Marketing. Sie verstehen es, ihr Team auf ihrem Weg mitzunehmen. In den Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist immer wieder vom gelebten gemeinsamen Spirit die Rede, der Verbundenheit mit dem Unternehmen, der Vision, die alle miteinander teilen.

Seit ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau ist Verena Lechleitner bei Rolf. In acht Jahren hat sie die Produkte, die Abläufe im Unternehmen verinnerlicht. Im Marketing setzt sie heute ihr Wissen, ihre Qualifikation um. Sie betreut die Webseite, den Webshop,die Social-Media-Kanäle, bringt sich der Produktfotografie ein. Für sie ist der „Planet Rolf“ ein Lebensgefühl. „Es begann schon beim Vorstellungsgespräch. Ich spüre hier Heimat und Verbundenheit, fühle, ich bin angekommen, geografisch wie menschlich.“ Besonders schätzt sie das gute Betriebsklima und das hohe Maß an Identifikation mit dem Unternehmen, „dazu gehört auch, dass wir unsere Brillen bewusst vor Ort produzieren und hier Wertschöpfung schaffen. Unter anderem arbeiten wir mit der Initiative ,Karopack‘ zusammen, die umweltfreundliche Verpackungen herstellt und gleichzeitig die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt fördert.“ Zum Teamspirit gehört für Verena der Respekt füreinander, „woraus nicht zuletzt auch eine besondere Wertschätzung für unsere Produkte resultiert“, ist sie überzeugt. Was die Zukunft bringt? „Persönliche Entwicklung ist immer gegeben. Dafür sorgen die laufend neuen Ideen und Projekte, die wir anschieben.“

„Exzellentes Produktdesign. Produktion mit minimalem ökologischem Fußabdruck. Ein unternehmerisches Mindset, das ganzheitlich denkt. Und schöne Brillen. Das ist Rolf.“

Ein Jahr Au-pair in Irland, Werbemittelgestalterin, Skilehrerin – Hannah Huber hat einige Jobs hinter sich. Gelernt hat sie an einer Fachschule für Kunsthandwerk – Vergoldung, Restauration, Grafik. 2019 stieß sie zum Rolf-Team, erlernte zunächst von der Pike auf die manuelle Brillenherstellung: „Ich weiß, wie viel Know-how in jeder Fassung steckt.“ Ein Beispiel, die Bohnenbrille. Brillen aus diesem natürlichen Material herzustellen, mag zunächst verrückt geklungen haben, lacht Hannah „das ist typisch für uns. Etwas neu denken, es auszuprobieren, das scheinbar Unmögliche möglich machen.“ Seit ihrem Wechsel in den Außendienst legt sie jährlich dreißig bis vierzigtausend Kilometer zurück, betreut eine Optikerklientel vom Nordosten Österreichs bis nach Bayern. Auf Messen begeistert sie Augenoptiker aus der ganzen Welt für die Geschichte, das Gesamtkonzept der Tiroler. „Der Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen hat mich selbstbewusster gemacht, meinen Horizont erweitert.“ Ihr Zuhause, das ist das Lechtal. „Dass Heimatverbundenheit bei Rolf großgeschrieben wird, ist für mich das Beste, was passieren konnte. Ebenso die Atmosphäre des Mit- und Füreinander, geprägt von Vertrauen und Verlässlichkeit. Man kommt gerne in die Firma. Das ist nicht selbstverständlich.“

Dominik Somweber, Rolf

Zwei Holz-, zwei Bohnenbrillen, eine Sonnenbrille: „Ich trage jeden Tag, eine Rolf-Fassung“, lächelt Ramona. Als Stilberaterin hat sie das feine Gespür für Form und Farbe.

Ramona – Mit Feingefühl beraten

Von der Friseurin zur Stilberaterin für Brillen: Seit zwei Jahren ist Ramona Rauschers Arbeitsplatz der „Satellit“ des „Planet Rolf“, das firmeneigene Optikfachgeschäft in Reutte in einer mit viel Liebe umgebauten ehemaligen Tankstelle. Wer eine neue Brille braucht, wird auf dem Weg zur „Traumfassung“ von ihr beraten. „Ich bin selbst Brillenträgerin und sehe die Unterschiede, vor allem im Tragekomfort einer Rolf-Fassung. Unsere Brillen sprechen für sich. Manche Kundinnen oder Kunden sind schon sehr speziell, schließen die Augen, um das Material, die Schwingungen der Brille zu fühlen. Nicht wenige kommen von weit her. Ich finde für jede und jeden die richtige Fassung!“ Ramona ist den Menschen zugewandt, offen, fröhlich: „Ich nehme mir Zeit, höre genau hin, schaffe eine angenehme Atmosphäre für die Gespräche. So entsteht Vertrauen, die Voraussetzung für eine gute Beratung.“ Sie kommt aus Ehrwald, zwanzig Minuten von Reutte entfernt. Teil des Teams zu sein, heißt für sie, die Werte einer Gemeinschaft zu teilen. „Ich verstehe den „Planet Rolf“ als Vision, verantwortungsvolles Denken und bewusstes Handeln zu verbinden. Mit Mut neue Wege zu gehen. Eine klare Haltung zu haben, an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken.“ Diese Philosophie des Unternehmens möchte sie Kundinnen und Kunden nahe bringen: „Unser schönes Design, die Qualität der Brillen, ihre regionale Fertigung sind überzeugende Argumente.“

Dominik Somweber, Rolf

Für Suzana Eftimova erzählt jede Holz-Brille auch eine Geschichte.

Suzana – Ideen einbringen

Vom Rohling bis zur Endkontrolle und dem Versand der Brille: Jede Holzbrille läuft durch die Hände von Suzana Eftimova. Sie wählt die Furniere aus, schleift und reinigt jede Fassung in präziser Handarbeit. „Ich spüre kleinste Unregelmäßigkeiten“, sagt Suzana, jedes Detail wird kontrolliert. Die Perfektion der Oberfläche, das passgenaue Einsetzen der Gläser, alles hat sie im Auge. Dazu brauche es langjährige Erfahrung und große Sorgfalt. Jede Holzbrille von Rolf sei für sie das Gegenstück zu Standardisierung und Beliebigkeit vieler Produkte. „In unser schnelllebigen Welt ist es schön, Qualität und Handarbeit in den Mittelpunkt zu stellen, etwas mit Bestand zu schaffen. Produkte zu entwickeln, die eine Geschichte erzählen.“

Reutte und Rolf: Die gebürtige Mazedonierin und gelernte Textiltechnikerin hat hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Jeder Tag im Unternehmen sei eine Bestätigung für ihre Entscheidung, sagt sie: „Wir haben viel Freiraum, unsere Stärken einzubringen. Das gibt mir die Möglichkeit, meinen Weg innerhalb der Firmengemeinschaft zu gestalten.“

Dominik Somweber, Rolf

Umweltbewusstsein und unternehmerisches Denken – bei Rolf gehen sie zusammen, sagt Johannes Wacker. „Wir möchten Brillen machen, die gut sind, die funktionieren, die schön sind. Ohne in der Herstellung große Spuren zu hinterlassen.“

Johannes – Brillen gestalten

„Tirol ist nicht nur ein Ort, das ist ein Blickwinkel“, lächelt Johannes Wacker. Seit zwölf Jahren ist er im Unternehmen. Ein bodenständiger Typ. Kein Mann der großen Worte, eher konkreter Taten. Seine Ausbildung, schaut er zurück, sei technischer und gestalterischer Natur gewesen. „Ich habe in die Architektur hineingeschnuppert, in die Produktgestaltung. Meinem Naturell kam gelegen, dass man bei Rolf immer ein bisserl alles machen darf.“ Er begann im Marketing, inzwischen ist seine Vokation das Brillendesign, der Gestaltungsprozess der Kollektionen. „Ich erstelle die Daten und Konstruktionszeichnungen selbst, da ich wissen will, wie alles entsteht.“ Die Natur sei für ihn die beste Designbibliothek: Formen, Strukturen, Logik. „Da kann man lange studieren – und wird trotzdem nie fertig.“ Der „Planet Rolf“ heißt für ihn: Dinge machen, die einen Sinn ergeben. „Nachhaltig, funktional, regional – couragiert, aber ohne großes Getue. Auch mal out-of-the-box denken. Unsere Brillen schreien nicht, dass sie besonders sind. Sie sind es einfach.“ Mit diesem Blickwinkel auf die Brille bringt er Design und Technologie zusammen, in enger Abstimmung mit Bernhard und Roland. „Sie kennen den Optikmarkt und haben ein gutes Gespür für die richtige Gestaltung der Fassungen.“

Unkonventionell sei bei ihnen oft nicht die Form, sondern die Lösung dahinter: Konstruktion, Fertigung, Details, die man nicht sofort sieht – die aber den Unterschied ausmachen, wie das Flexlock-Scharnier, „ein multidirektionales, schraubenloses Gelenk, das rein aus Naturmaterialien besteht, dicht gepresstes Holz und Naturkautschuk.“ Ein Paradebeispiel, sagt Johannes. Es zeige die Vorteile, die ihre Arbeitsweise mit sich bringt. „Durch die eigene Produktion sind wir näher an den Prozessen, verstehen sie besser, können schneller optimieren. Ausreden gibt es nicht!“

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