Inspiriert vom Uhrmacher-Handwerk: TAG Heuer

Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026

Wo Präzision auf Leidenschaft und Innovation auf Performance trifft, verbindet TAG Heuer Schweizer Uhrmachertradition mit italienischer Handwerkskunst sowie Hightech-Materialien aus dem Spitzensport. Die Avant-Garde-Eyewear-Kollektion überträgt diese Design-DNA in eine neue Form.

Geschwindigkeit. Performance. Adrenalin. Leidenschaft. Seit 160 Jahren steht der Schweizer Luxusuhrenhersteller TAG Heuer für den Moment, in dem jede Millisekunde zählt. Für Entscheidungen, die im Automotorsport in Sekundenbruchteilen fallen. Für Technik, die unter Extrembedingungen bestehen muss. Was aber passiert, wenn genau diese Denkweise auf eine Brille stößt? Wenn Hightech-Materialien aus Luftfahrt und Motorsport auf italienische Handwerkskunst treffen? Mit seiner Avant-Garde-Eyewear-Kollektion und den Linien „Essentials“, „Drive“ (Bild Seite 58) und „Mini Vingt-Sept“ übersetzt TAG Heuer seine Präzisions-DNA in ein Objekt, das uns täglich begleitet – näher als jede Uhr: direkt im Gesicht. Realisiert wird die Kollektion mit Thélios, dem zum LVMH-Konzern gehörenden Spezialisten für Luxusbrillen.

Verantwortlich für die Transformation ist Renato Montagner, Creative Director von TAG Heuer Eyewear. In Venedig geboren und aufgewachsen, begann er seine Laufbahn in der Architektur, bevor ihn seine Leidenschaft für Sport zum Design führte. Dieser Weg prägt seine Arbeit bis heute: Montagner denkt in Strukturen, in Funktionen, im Verhältnis von Objekt und Körper. Jedes Element der Kollektion folgt einer klaren Notwendigkeit – nichts ist dekorativ um der Dekoration willen. Sein Anspruch ist es, Produkte zu gestalten, die sich nicht nur tragen lassen, sondern sich wie eine natürliche Erweiterung des menschlichen Körpers anfühlen. Renato Montagner spricht mit uns über technische Perfektion, die man sieht und spürt.

TAG Heuer

TAG Heuer kombiniert ein Dyneema-Kabel mit einem Titan-Nasenrücken für modernen Komfort und Stil.

Renato Montagner, wie prägt Ihr architektonischer Hintergrund Ihr Brillendesign?

Architektur definiert die Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung – über verschiedene Maßstäbe hinweg. Ob man ein Gebäude, ein Möbelstück oder ein Objekt zum Tragen entwirft: Das grundlegende Prinzip bleibt dasselbe – den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Brillen sind im Grunde Architektur im verkleinerten Maßstab. Betrachtet man die Etymologie des Wortes – vom Griechischen arché (Anfang, Ursprung, Grundlage) und tékton (Baumeister, Handwerker) –, so findet sich dasselbe Konzept wieder: eine technische, handwerklich gefertigte Konstruktion, die sich um das Gesicht herum aufbaut. Sie erfordert Balance, Ergonomie, Proportion und Funktion – genau wie Architektur.

Wie übertragen Sie das Uhrmacher-Prinzip „jede Millisekunde zählt“ auf die Brillenentwicklung?

„Jede Millisekunde zählt“ bedeutet, jedes Detail mit einem Genauigkeitsgrad zu entwickeln, der langfristige Qualität, konstante Performance und mechanische Zuverlässigkeit gewährleistet. Von der Scharnierkonstruktion bis zur Materialauswahl wird jede Komponente so ausgelegt, dass sie ihre Leistungsfähigkeit langfristig ohne Kompromisse beibehält.

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Für Renato Montagner, TAG Heuer Eyewear Creative Director, hat jedes Element einer Brille eine Daseinsberechtigung. Nichts dient lediglich der Dekoration.

Wie spiegelt sich dieses Präzisionsdenken konkret in der Materialwahl – etwa bei Carbon, Titan und Dyneema – wider?

Aus meiner Sicht sind Leichtigkeit und Langlebigkeit die zentralen Qualitätsindikatoren. Materialien wie Carbonfaser, Titan und Dyneema, das unter anderem beim Kitesurfen und Fallschirmspringen zum Einsatz kommt, stammen aus Hochleistungsbereichen wie der Luftfahrt und dem Motorsport. In diesen Bereichen ist eine Gewichtsreduktion ohne Verlust struktureller Stabilität essenziell. Überträgt man diese Philosophie auf Brillen, so entstehen überlegener Tragekomfort, hohe Stabilität und eine verlängerte Produktlebensdauer. Langlebigkeit ist zudem ein Nachhaltigkeitsfaktor.

„Eine Brille ist dann gut, wenn sie sich anfühlt wie ein Teil von mir.“

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Entwicklung leistungsstarker Materialien?

Die Einführung von biobasiertem Gummi in der „Essential“-Kollektion ist ein konkreter Schritt in Richtung größerer industrieller Verantwortung. In unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten untersuchen wir kontinuierlich innovative Materialien, die technische Performance, Komfort und eine reduzierte Umweltbelastung miteinander verbinden. Im Brillenbereich besteht die Herausforderung darin, außergewöhnliche Langlebigkeit und maximale Stabilität zu gewährleisten – ein Anspruch, der im Zentrum unserer Entwicklungsstrategie steht.

Wie wird diese Philosophie in der „Drive“-Kollektion mit der Motorsportinspiration umgesetzt?

Die „Drive“-Kollektion geht über eine reine Motorsport-Optik hinaus. Die Passform wurde gezielt für einen stabilen, rutschfesten Sitz entwickelt. Strukturierte Gummibügel, inspiriert von Reifenprofilen und Rennriemen, erhöhen den Grip. Die ergonomische Konstruktion sorgt auch bei Bewegung und längerem Tragen für hohen Komfort.

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Nahaufnahme: technisches „Mini Vingt-Sept“-Scharnier mit elliptischer Verschlussform

Auch bei der „Mini Vingt-Sept“ spielt Technik eine zentrale Rolle. Was steckt hinter dem 27-Grad-Schanier?

Dieses besondere Scharnier ist eine patentierte Lösung von TAG Heuer, die vor über 15 Jahren in der ersten Brillenkollektion eingeführt wurde. Seine elliptische Form sorgt dafür, dass sich die Bügel flexibel anpassen und gleichmäßig mit dem richtigen Widerstand öffnen und schließen lassen. Heute wurde das Scharnier weiter verfeinert: Die Bauteile wurden kompakter gestaltet und ein Klicksystem, also das charakteristische Klicken, das an Sportwagen erinnert, integriert, wodurch sich sowohl die Handhabung als auch die mechanische Haltbarkeit verbessern.

Worin liegt für Sie die besondere Qualität einer Brille?

Für mich ist die besondere Qualität einer Brille der eigentliche Kern von Luxus. Häufig wird der Preis mit Luxus gleichgesetzt, doch für mich liegt echter Wert in der Kompetenz, in der objektiven Materialqualität und in den Stunden, die in Forschung und Entwicklung investiert werden. Technischer Luxus entsteht aus der Verbindung von Ingenieurskunst und handwerklicher Expertise. In einer Welt von Fast Fashion und Wegwerfprodukten ist es ebenfalls ein Luxus, Produkte zu schaffen, die auf Langlebigkeit ausgelegt sind – auch für uns selbst.

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