„Eine Cazal zu tragen, ist Charaktersache“

Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026

Cazal-Brillen sind markant, mutig und unverwechselbar. Die neue ERA360°-Linie übersetzt nicht nur die Designsprache, mit der die Marke in den 1980er-Jahren Kultstatus erlangte, in die Gegenwart. Dreidimensionale Strukturen und klare Linien formen ein stimmiges Gesamtbild, das jede Fassung als Ausdruck der Persönlichkeit erscheinen lässt.

Eine Cazal-Brille fällt auf – nicht nur, weil sie als Statement gilt oder von Stars wie US-Rapper Jay-Z und Snoop Dogg sowie Sängerinnen wie Beyoncé und Lady Gaga getragen wird, sondern vor allem wegen der unverwechselbaren Designhandschrift der Marke. Die Gestaltungsvision stammt von Designer Cari Zalloni, der die Marke 1975 gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Günter Böttcher gründete. Der Name Cazal ist ein Akronym aus seinem Namen. Zallonis Maxime lautete: „Eine Cazal soll man von der anderen Straßenseite erkennen.“ Dieser Anspruch gilt bis heute. Die Modelle stehen bewusst abseits des Mainstreams: Sie zeichnen sich durch markante Proportionen, prägnante Linienführung und konstruktive Präsenz aus. In den 1980er-Jahren erlangten die Fassungen vor allem in der Musikszene Kultstatus.

„Unsere Brillen tragen Trendsetter, Künstler, Stilbewusste, die Extravaganz, Qualität und Persönlichkeit sichtbar machen möchten“, sagt Managing Director Klaus Lippert. Heute verbindet Cazal markante Designs mit neuen gestalterischen Impulsen. Zallonis Handschrift bleibt auch nach seinem Tod 2012 erkennbar, während Materialien, Technologien und Oberflächen kontinuierlich weiterentwickelt werden. „Es geht nicht darum, Vergangenes zu kopieren, sondern es weiterzudenken“, erklärt Lippert. Ziel sei es, zeitlose Neo-Klassiker mit Bestand zu entwerfen – also Brillen, die saisonalen Trends nicht hinterherlaufen, sondern über Jahre hinweg relevant bleiben. Inspiration für die Designs kommt aus verschiedenen Quellen: „dem eigenen Archiv, neuen Werkstoffen oder kulturellen Strömungen“. Manchmal, so Lippert, „erzählt“ ein neues Acetat bereits eine Geschichte und legt eine bestimmte Form nahe.

Cazal

Mit klarer Silhouette und markanter Farbgebung wird die Sonnenbrille „6004/3“ zum Blickfang.

Wie aus solchen Inspirationen ein konsistentes Gestaltungskonzept entsteht, verdeutlicht die Linie Era 360°. Der Name ist Programm: Der 360-Grad-Ansatz versteht Design als ganzheitliches Konzept. Jede Linie, jede Fläche ist bewusst gesetzt. „Selbst bekannte Formen gewinnen durch neue Facetten, Gitterstrukturen oder dekorative Linien an Tiefe“, erklärt der Managing Director. Funktionale Elemente wie Schrauben oder veredelte Titan-Nasenpads werden gestalterisch integriert, sodass sie nicht nur Technik, sondern Teil der Formensprache sind. „Am Ende geht es weniger darum, was wir selbst für besonders halten, sondern darum, welche Emotionen wir bei den Menschen auslösen, wenn sie ihre neue Cazal aufsetzen“, sagt Lippert. Jede Fassung ist ein Unikat und trägt eine dezent am Bügelende eingravierte Seriennummer. Sie bestätigt die Echtheit der Brille und ermöglicht eine verlängerte Herstellergarantie von bis zu drei Jahren. Vor allem verweist sie auf die Wertigkeit der Fassung mit exklusiven Materialien und präziser Handwerkskunst in der Produktion in Deutschland.

„In einer von Massenproduktion geprägten Branche setzen wir auf ‚Made in Germany‘ und lokale Fertigung.“ – Klaus Lippert

Der Entwicklungs- und Fertigungsprozess ist klar strukturiert und eng aufeinander abgestimmt. Auffällig ist dabei: Nicht die erste Skizze steht am Anfang, sondern die Frage, welche Rolle ein Modell im Portfolio übernehmen soll. Erst danach beginnt die gestalterische Arbeit. Parallel dazu entstehen Farbkonzepte, teils aus dem Archiv, teils auf Grundlage aktueller Analysen. „Entscheidend ist, dass das Ergebnis zur gestalterischen Identität der Marke passt“, sagt Lippert. Sobald ein Modell freigegeben ist, beginnt die Fertigung. Verarbeitet werden unter anderem zehn Millimeter starkes Acetat, Titan und hochwertige Metalllegierungen. „Für manche Metallteile kommt 24-Karat- Gold zum Einsatz, das in einem galvanischen Verfahren Schicht für Schicht per Strom aufgebracht wird.“ Typisch für die Fassungen sind die aufwendigen Oberflächen und der präzise Feinschliff: filigrane Lasergravuren, feine Metallschichten und mehrschichtige Lackierungen. Viele Arbeitsschritte erfolgen dabei von Hand vor Ort im Werk in Passau. „Der Aufwand ist erheblich. Doch wenn ein Modell auf der Straße getragen wird – klar erkennbar, selbst aus der Distanz –, zeigt sich, wofür die Marke steht“, sagt Lippert. Eine Cazal zu tragen, ist Charaktersache. Wer sie aufsetzt, entscheidet sich bewusst: nicht für Zurückhaltung, sondern dafür, aufzufallen.

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Ein zweiter Blick lohnt sich: Das Modell „777“ der 360°-Linie in Gunmetal-Gold überzeugt mit zahlreichen Details.

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