Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026
Fünf Menschen, fünf Perspektiven, fünf Begegnungen. In persönlichen Gesprächen erzählen sie von ihrem Leben, ihren Entscheidungen und davon, was eine Brille für sie bedeutet. Zwischen Nutzen, Stil und Identität entsteht ein sehr individueller Blick auf das Sehen – und auf das, was uns ausmacht.
Ein Blick, ein Lächeln, ein paar Worte – mehr braucht es nicht. Bei unserem Treffen mit Bettina Arenknecht bei Optiker Kühntopp in Berlin wird schnell klar: Sie ist lebenslustig, energiegeladen und weltoffen. Die modeaffine Frau ist in Berlin geboren, und zwar im selben Haus, in dem sie heute wieder lebt. Nach vielen Jahren im Ausland – darunter zehn auf Mallorca – kehrte sie im Jahr 2019 in die Hauptstadt zurück.
Ihre beruflicheLaufbahn ist vielseitig: Sie verkaufte Druckprodukte, Kataloge, Mode, war zuständig für Store-Konzepte und Personalaufbau. Auf Mallorca richtete sie Läden ein, arbeitete mit internationalen Marken zusammen und betreute Projekte. Heute arbeitet sie als Sales Administrator in der grafischen Branche und in der Mode. Sie verbindet ihre Erfahrung mit Leidenschaft für Ästhetik. Für sie ist Verkaufen mehr als ein Beruf. „Ich verkaufe für mein Leben gern“, erklärt sie. Beratung, Stilgefühl und das Lesen von Menschen liegen ihr. Privat ist Bettina genauso aktiv wie im Beruf. Ihre Lebensfreude treibt sie an. Nach einer intensiven Zeit, in der sie ihre an Parkinson erkrankte Mutter pflegte, hat sich ihre Sicht auf das Leben verändert. Gemeinsam mit ihrem Mann genießt sie ihre Freizeit, die sie mit Sport, Reisen und Unternehmungen verbringt. Bewegung spielt eine zentrale Rolle in ihrem Alltag. Mehrmals pro Woche trainiert sie Kraftausdauer, besucht Kurse, probiert Neues aus. Tanz oder Outdoor-Training – Abwechslung ist ihr wichtig. Sport gibt ihr Sicherheit, körperlich wie mental. „Körper, Seele und Geist sind ein Paket“, sagt sie.
„Für mich ist die Brille ein modisches Accessoire. Sie muss mir Spaß machen. Sie soll mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“
Ihre erste Brille bekam Bettina 1977 – als Kind. Damals gab es kaum Auswahl: „Kassengestell oder Pilotenform, Farben grün, braun oder blau“, erinnert sie sich. Dass sie dennoch ein Modell bekam, das zu ihr passte, verdankt sie dem Gründer des heutigen Geschäfts Augenoptiker Kühntopp, der sich Zeit nahm. „Er hat mich ernst genommen“, erinnert sie sich. Diese Erfahrung prägt sie bis heute – und bringt sie immer wieder zurück in das Augenoptikgeschäft ihrer Kindheit. Stil bedeutet für sie Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. „Es muss zusammenpassen“, meint sie. Farben, Formen und Materialien folgen dabei einem inneren Konzept. Gesehen zu werden, stört sie nicht – im Gegenteil.
