Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026
Fünf Menschen, fünf Perspektiven, fünf Begegnungen. In persönlichen Gesprächen erzählen sie von ihrem Leben, ihren Entscheidungen und davon, was eine Brille für sie bedeutet. Zwischen Nutzen, Stil und Identität entsteht ein sehr individueller Blick auf das Sehen – und auf das, was uns ausmacht.
Ein offenes Lächeln, gelbe Brillengläser, ein wacher Blick. So treffen wir Seraphim von Habsburg-Lothringen bei Optik Riess in München-Schwabing. Er ist groß, stilvoll und aufmerksam – jemand, der sofort auffällt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Er lässt seine Brillen bei Optik Riess fertigen. Hier nehmen wir uns Zeit, um über seinen Alltag, seinen Stil und seine Vorliebe für hochwertige Fassungen zu sprechen. Bekannt wurde der 22-Jährige 2023 auf dem Münchner Oktoberfest. Als Servicekraft dokumentierte er seinen Arbeitsalltag in kurzen Videos und nahm Menschen mit hinter die Kulissen. „Ich habe das eher wie einen Facetime-Anruf gesehen“, sagt er. „Hey, ich bin hier, ich bin da – kommt vorbei.“ Die Clips gingen viral, die Medien griffen das Bild des jungen Mannes auf und gaben ihm den frei erfundenen Titel „Der schönste Mann der Wiesn“, der bis heute an ihm haftet. Für ihn selbst war es vor allem ein Moment, der vieles beschleunigte.
Schon früh suchte er nach unterschiedlichen Wegen. Er arbeitete als Schüler nebenher im Service der Allianz Arena, übernahm Verantwortung in der Gastronomie und stand als Komparse vor der Kamera. Nach der Schule bildete er sich in Anatomie und Trainingslehre weiter und arbeitete als Personal Trainer. Heute ist er in mehreren Bereichen aktiv: in der Automobilindustrie, im Social-Media Marketing für Unternehmen und als Content-Produzent. „Ich wollte immer herausfinden, was mir wirklich liegt“, sagt er. „Alles passiert früh – und ich darf noch viel lernen.“
„Für mich ist die Brille zunächst Prävention fürs Auge. Und natürlich setze ich sie auch als Stilmittel ein.“
Mit zunehmender Aufmerksamkeit lernte er, mit seiner Herkunft umzugehen. Für ihn ist der Name Habsburg-Lothringen weniger Geschichte als vielmehr ein Wiedererkennungsmerkmal. „Ich habe lange gezögert, das zu thematisieren“, sagt er. „Aber irgendwann habe ich gemerkt: Das gehört zu mir, ohne dass ich mich dadurch größer mache, als ich bin.“ Wichtig ist ihm, geerdet zu bleiben.
