The beauty of black & white: Lamarca

Erstveröffentlicht in der Frühjahr/Sommer-Ausgabe 2026

Das italienische Label Lamarca legt zum zehnjährigen Markenjubiläum zwei Brillenikonen neu auf – inspiriert von der avantgardistischen Kunstrichtung des Futurismus. Etwas für Liebhaberinnen außergewöhnlichen Brillendesigns.

Expressive Formen- und Farbsprache, unverwechselbare Designidentität: Mit der Eigenmarke Lamarca strebt der norditalienische Brillenhersteller Trisottica, ein Spezialist in der Verarbeitung des Materials Acetat, die ideale Verbindung von mutigem Design und fundiertem Brillenhandwerk an. Die Gestaltung der Kollektionsfamilien „Mosaico“, „Ceselli“, „Policromie“ und „Fusioni“ wurde von der Brillendesignerin Laura Rattaro entwickelt. Jede Lamarca-Familie stehe für ein durchdachtes Konzept, erklärt Rattaro: „Gerade die ,Fusioni‘-Modelle bringen die ganze Fantasie des Brands hervor: klare, grafische Linien im Zusammenspiel mit kräftigen, dennoch tragbaren Farben.“

Für die Sondermodelle zum zehnjährigen Markenjubiläum, „Fusioni 188“ und „Fusioni 189S“, eine Korrektionsfassung und eine Sonnenbrille aus Acetat in der Farbkombination Schwarz/Weiß, hat die Designerin zurückgeschaut auf die avantgardistische Kunstbewegung des Futurismus aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts. Malerei, Plastik, Theater, Musik und Literatur: Die italienischen Futuristen hatten ein kulturelles Weltbild vor Augen, das den modernen technischen Fortschritt zum Thema machte. Einer von ihnen war Fortunato Depero. Flugzeuge, Automobile und Motorräder bevölkerten seine Bilder, oft in grellen Farben gemalt. Ob Farbabstraktion oder geometrische Abstraktion, er war Meister in beidem, sagt Rattaro: „Zu Deperos kreativsten Arbeiten gehörten Werbegrafiken, unter anderem entwarf er Kampagnen für Campari.

Lamarca

Puristisches Design in Schwarz-Weiß. Bei den Jubiläumsmodellen der Linie „Fusioni“ des italienischen Brands Lamarca fügen sich die Formen der Fassungen und die Geometrien der Farbgestaltung zu einer zeitgemäßen Brillenästhetik zusammen.

Als Stilmittel verwendete er gern einfache, klare Hintergründe, oft in Schwarz-Weiß und Formen in Bewegung.“ Deperos Kunst beeinflusste die Brillendesignerin bei der Gestaltung der Jubiläumsmodelle, denn so Rattaro: „Kunst ist ungemein inspirierend. Und wird es immer sein.“ Um den „Depero-Effekt“ zu erzielen, interpretierte sie Details von Depero-Grafiken als Schwarz-Weiß Geometrien auf den Brillenrahmen. „Schwarz und Weiß sind Gegensätze, und wenn es stimmt, dass Gegensätze sich anziehen, entsteht Bewegung. Weiß reflektiert das Licht, Schwarz absorbiert es vollständig. Dadurch entsteht eine sinnliche Schwingung, die die grafische Gestaltung und Klarheit einer Zeichnung maßgeblich beeinflusst. Nichts eignet sich besser als Schwarz und Weiß, um diese Wirkung zu erzielen“, erklärt Rattaro. Schwarz-Weiß als puristische Kunstform, sei es in der Fotografie, der Malerei, der Verzicht auf Farbe, die Reduktion auf das Wesentliche, verstärke die Wirkung und das Zusammenspiel von Form, Licht, Struktur und Emotion.

Schwarz-Weiß stehe für eine besondere Tiefe und Zeitlosigkeit auch im Brillendesign, betont Rattaro, die sonst beim Kolorit gern aus dem Vollen schöpft. Bei den Fusioni-Modellen zum Markenjubiläum vertraute sie auf das Spannungsverhältnis der Schwarz-Weiß-Geometrien, „das Eleganz, Bewegung, Rhythmus und eine dynamische und lebendige Ästhetik erzeugt.“

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