ic! berlin: unverschraubt, unangepasst, unverwechselbar

Erstveröffentlicht in der Herbst/Winter-Ausgabe 2026/27

Vor 30 Jahren in einem Berliner Wohnzimmer erfunden, in der Hauptstadt produziert und dann in die weite Welt geschickt und dort getragen. Die Brillen von ic! berlin – Markenzeichen: schraubenloses Scharnier – feiern ihr 30-jähriges Jubiläum und die kreative Reise geht weiter.

1996 war Berlin im Umbruch, eine einzige Baustelle und bereits Schauplatz großer Ereignisse. Im Juni kam Papst Johannes Paul II zu Besuch, im Juli tanzten 600.000 Raver bei der Love Parade in Richtung Siegessäule. Für Künstler und Kulturschaffende war die wiedervereinigte Hauptstadt zu einem echten Hot Spot geworden. In einem Klima von ungebremster Freiheit, Experimentierfreude und niedrigen Mieten konnten Kreative aller Couleur ihr Ding machen.

Einer von ihnen war der Unternehmer und Künstler Ralph Anderl, der mit den zwei Designstudenten Harald Gottschling und Philipp Haffmans im eigenen Wohnzimmer an einer Brillenfassung herumtüftelte, die es so bislang noch nicht gegeben hat. Der Prototyp hatte keine einzige Schraube. Die Brillenfassung wurde nur zusammengesteckt, war zudem äußerst biegsam und fast unkaputtbar. Für Aufsehen sorgte auch das verwendete Material: kaltgewalzter Edelstahl, für Brillen bis dato nicht üblich.

ic! berlin, Tarek Mawad

Berliner Hauptstadtprominenz trägt ic! berlin: Architekt Thilo Reich und Club-Ikone Sven Marquardt.

Zur Enttäuschung der Erfinder wagte sich kein Unternehmer an die Produktion, also produzierten sie selbst, kauften auf eigens Risko Maschinen zur Biegung und Bearbeitung des Blechs und gründeten die Firma „ic! berlin“ – sprich: „I see“, englisch für „ich sehe“.

Mittlerweile sind 30 Jahre vergangen und das Label auch für die Zukunft bestens gerüstet. Schon lange strahlt die Marke, die 2023 vom italienischen Brillenhersteller Marcolin übernommen wurde, weit über die Hauptstadt hinaus. Die ikonischen Edelstahl-Brillendesigns sind heute in über 125 Ländern zu haben. Auch die neuen Kollektionen folgen dem von Brillenträgern geschätzten Markenkern: Entschiedener Minimalismus und rationale Eleganz. Weniger ist mehr. Das ästhetisch anspruchsvolle Design muss wiedererkennbar bleiben. Bei den Fassungen wird auf ein sichtbares Logo am Bügel verzichtet: Silent Luxury.

ic! berlin, Tarek Mawad

Kraftvolle Linien und robuste Ränder: Modell „LEIF“ hat über 10 mm breite Bügel. Das betont die ikonische schraubenlose Clip-Scharnierkonstruktion von ic! berlin .

Zum 30-jährigen Jubiläum präsentiert ic! berlin eine siebenteilige Capsule Collection, also eine kleine limitierte Kollektion, die verschiedene Referenzen in der Designsprache aus der Markengeschichte aufgreift. Die Formensprache des ursprünglichen Designs wird dabei weiterentwickelt, behutsam heutigem Ästhetikverständnis angepasst, aber auch Neues probiert. Im Fokus der Sonderedition steht die ikonische Chrome-Farbveredelung der Fassungen: Natürliche Veredelungen verstärken und betonen die Qualität des polierten Stahls, ganz ohne Beschichtungen und künstliche Effekte.

Mit der Capsule Collection wird zudem eine neue Trendfarbe eingeführt: Transformative Teal ist ein Ton zwischen Blau und Dunkelgrün, der Naturassoziationen hervorruft, Veränderung und Neuausrichtung symbolisiert. Alle Fassungen in
dieser Farbe verfügen über photochrome Gläser im gleichen Farbton. Sie werden automatisch dunkler, wenn die Umgebung heller wird, so passt sich die Brille unterschiedlichen Lichtbedingungen an.

Globaler Erfolg mit Wiedererkennbarkeit: Die ikonischen Edelstahl-Brillendesigns von ic! berlin sind heute in über 125 Ländern zu haben.

Begleitet wird das 30-jährige Jubiläum von einer Kampagne mit dem Titel „I See Berlin“. Es ist eine Hommage an die kreative, flippige, ständig im Wandel begriffene Hauptstadt, die eben auch die Marke maßgeblich geprägt hat. Der Berliner Fotograf und Storyteller Tarek Mawad setzt prominente Berlinerinnen und Berliner aus dem Kultur- und Kreativbereich stilsicher in Szene, darunter die Sterneköchin Dalad Kambhu, den Architekten und Künstler Thilo Reich sowie Sven Marquardt, einer echten Ikone Berlins. Der heute 64-Jährige war Mitte der 80er Jahre Teil der aufstrebenden Punk- und Kunstszene im Prenzlauer Berg und widmete sich dem wachsenden Nachtleben der wiedervereinigten Stadt als stilbildender Fotograf und charismatischer Chef-Türsteher des Techno-Clubs Berghain.

„Seit 30 Jahren steht ic! berlin für kompromissloses Design, herausragende Ingenieurskunst und innovative Premium-Brillen aus Berlin“, beschreibt Davide Lunghi, seit Oktober 2025 General Manager, die DNA der Marke.

ic! berlin, Tarek Mawad

Die Berliner DJ und Künstlerin Nunguja Kisalya ist eines der Gesichter für die große 30-Jahre-Jubiläumskampagne.

98 Prozent des Materials für die Brillen stammen aus Deutschland. Die allermeisten Herstellungsschritte – Zuschnitt des Rohmaterials, Färbung, Montage, Qualitätskontrolle und Endbearbeitung finden in der eigenen Manufaktur in Marzahn statt. Nach langjähriger Nutzung von Gewerberäumen in der Backfabrik im Ortsteil Prenzlauer Berg ist man 2017 dort hingezogen. In Berlin Mitte gibt es einen Flagship Store.

Tobias Oestreich, Sales Manager bei Marcolin für ic! berlin, besucht regelmäßig die Manufaktur in Marzahn und erzählt: „Mich fasziniert die Hingabe und Liebe zum Detail der Mitarbeiter in allen Abteilungen, die wie ein Uhrwerk zusammenarbeiten und nur mit absoluter Perfektion zufrieden sind.“ Auch beeindrucke ihn „der Geist von Innovation und Kreativität, den die Marke umschwebt.“ Als Sales Manager steht Oestreich in engem Kontakt zu Augenoptikern und weiß auch, wie die Fans der Marke ticken. „Menschen, die ic! berlin tragen, sind sehr markentreu. 70 Prozent sind männlich, 30 Prozent weiblich. Was unsere Kunden besonders schätzen, ist auch, dass ihre Brille aus lokaler Herstellung kommt.“

Inflation, Kriege und gesamtgesellschaftliche Unsicherheiten hemmen die Kauffreudigkeit der Kunden. Bei ic! berlin, einer Premiummarke, spürt man davon aber bislang wenig, wie Tobias Oestreich bekräftigt. „Vielleicht liegt das daran, dass die Endverbraucher erkannt haben, dass es nachhaltig und ressourcensparend ist ein langlebiges Produkt zu kaufen, denn auf lange Sicht rechnet sich das.“

ic! berlin, Tarek Mawad

Kraftvolle Linien und robuste Ränder: Modell „LEIF“ hat über 10 mm breite Bügel. Das betont die ikonische schraubenlose Clip-Scharnierkonstruktion von ic! berlin .

Fotos: ic! berlin, Tarek Mawad

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