LOOK Occhiali aus Longarone: Tradition weitergedacht

Erstveröffentlicht in der Herbst/Winter-Ausgabe 2026/27

Was verrät eine Brille über das Land, aus dem sie kommt? Wir reisen durch Designkulturen, Städte und Landschaften und entdecken, wie Licht, Handwerk, Erfindergeist und Lebensgefühl zu unverwechselbaren Fassungen werden. Eine besondere Reise – erzählt durch Menschen, Orte und Brillen mit Charakter.

Longarone

Italien ist ein Land der Kontraste – und im Norden zeigt es ein Gesicht, das mit den vertrauten Bildern von Mittelmeer, Palazzi und südlicher Leichtigkeit wenig gemein hat. Longarone liegt in der Provinz Belluno, eingebettet in die eindrucksvolle Bergwelt der Dolomiten. Steile Hänge rücken nah an den Ort heran, Täler und Wälder bestimmen die Landschaft, der Piave zieht durch die Region. Doch wer Longarone verstehen will, begegnet unweigerlich auch seiner Geschichte. Am 9. Oktober 1963 löste sich am Monte Toc eine gewaltige Bergflanke und stürzte in den Vajont-Stausee. Die dadurch ausgelöste Flutwelle verwüstete Longarone; 1.910 Menschen verloren in der Katastrophe ihr Leben. Der Ort wurde wiederaufgebaut und trägt die Erinnerung bis heute sichtbar mit sich. So erzählt Longarone nicht nur von der Schönheit der Dolomiten, sondern auch von Verlust, Neubeginn und der Kraft, Zukunft neu zu gestalten. Zugleich gehört die Region zu einer Gegend, in der Handwerk und Brillenherstellung seit Langem zu Hause sind. Hier hat auch LOOK Occhiali seinen Sitz – in einem Italien, das weniger mediterran, dafür überraschend alpin ist.

Adobe Stock/ultramcu

Tradition weitergedacht

Wie entwickelt man sich weiter, ohne die eigene Identität zu verlieren? Bei LOOK Occhiali geben darauf zwei Designer unterschiedliche, aber sich ergänzende Antworten. Für Augusto Valentini beginnt Gestaltung mit Schönheit, hochwertigen Materialien und jener Liebe zum Detail, die ein Produkt nicht nur funktional, sondern emotional werden lässt. Giuseppe De Riva nähert sich gutem Design stärker über Harmonie, Proportion und die technische Lösung. Zwei Perspektiven, die zusammenbringen, was LOOK seit der Gründung 1978 prägt: italienische Ästhetik und die permanente Suche nach Verbesserung. Materialien, Fertigung und Konstruktionen wurden kontinuierlich weiterentwickelt.

LOOK Occhiali

Valentini interessiert besonders jener Moment, in dem ein Detail beinahe unbewusst wahrgenommen wird und dennoch eine emotionale Reaktion auslöst. De Riva beschäftigt dagegen seit Jahren die Frage, was sich konstruktiv vereinfachen lässt – etwa durch schraubenlose Lösungen und charakteristische Bügelkonzepte. Materialien und Technologien wie Alumix oder Milled NIL eröffnen dafür neue Möglichkeiten. Innovation bedeutet hier nicht, Technik sichtbar auszustellen, sondern sie so selbstverständlich werden zu lassen, dass Ästhetik, Funktion und Komfort zusammenfinden. Gefertigt wird weiterhin in Italien. So wird Tradition nicht zum Blick zurück, sondern zum Ausgangspunkt für Neues. Denn Schönheit wird nicht bewahrt, indem man sie festhält. Sie bleibt lebendig, indem man sie weiterentwickelt.

LOOK Occhiali

Drei Fragen an Guiseppe De Riva und Augusto Valentini

Welcher Ort in Italien inspiriert Sie immer wieder?
Valentini: Ganz Italien – seine Landschaften und sein reiches Kunst-, Architektur- und Kulturerbe.

Welche Look-Brille tragen Sie am liebsten?
De Riva: Die „4670“ und „4671 Tri-X“ mit Vertebral-Bügeln – komfortabel, vielseitig und für fast jede Situation geeignet.

Welches Objekt aus Ihrem Alltag beschreibt Ihre Designphilosophie besser als jede Brille?
Valentini: Die von Achille Castiglioni und Pio Manzù entworfene und 1971 von Flos hergestellte Leuchte „Parentesi“. Wahrhaft zeitloses Design.

LOOK Occhiali

Fotos & Bilder: Adobe Stock/ultramcu, LOOK Occhiali

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